Entwicklungsschübe beim Baby: Was Eltern wissen müssen

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Entwicklungsschübe beim Baby: Was Eltern wissen müssen
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Inhaltsverzeichnis

Manchmal denke ich, Babys haben heimlich einen geheimen Kalender, den nur sie verstehen. Und zack, da ist er – der berüchtigte Entwicklungsschub. Dieses Gefühl, dass sich alles, wirklich alles verändert, kennt wohl jede Mama und jeder Papa nur zu gut. Aber was genau steckt hinter diesen Phasen, in denen unser Kleines plötzlich ganz anders tickt? Diese Schübe sind im Grunde echte Meilensteine im Gehirn. Stell dir vor, es ist, als ob plötzlich ganz viele neue Autobahnen zwischen den Nervenzellen gebaut werden. Hetty van de Rijt und Frans Plooij haben das ziemlich gut erforscht und sogar eine App dazu rausgebracht (Oje, ich wachse!.), die uns hilft, das Ganze ein bisschen besser zu verstehen. Aber eins vorweg: Das sind nicht nur anstrengende Zeiten für uns Eltern, sondern vor allem eine Chance für die Kleinen, neue Dinge zu lernen und die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Zwei Seiten einer Medaille: Der komische und der aha! -Moment

Jeder dieser Entwicklungsschübe hat so ein bisschen zwei Gesichter. Zuerst ist da die Phase, in der dein Baby gefühlt nur meckert, schlecht schläft und am liebsten den ganzen Tag auf deinem Arm verbringen möchte. Logisch, das Gehirn arbeitet auf Hochtouren, das ist anstrengend! Manchmal wirkt es, als würden sie kurzzeitig ein paar Schritte zurückmachen, aber das ist nur die Ruhe vor dem Sturm – oder besser gesagt, vor dem neuen Können.

Und dann kommt die zweite Phase: Plötzlich kann dein Kind etwas Neues! Es entdeckt die Welt auf eine ganz andere Art, ist neugieriger, geschickter. Diese beiden Phasen gehören einfach zusammen, sie sind der Beweis dafür, dass sich was tut.

Woran erkenne ich so einen Schub? Die typischen Anzeichen

Manchmal fragt man sich: Spinnt mein Baby gerade, oder ist das ein Entwicklungsschub? Meistens ist es Letzteres. Hier mal ein paar typische Signale, die dir zeigen können:

Aha, da passiert gerade was Spannendes im kleinen Köpfchen :
  • Er braucht dich noch mehr: Kuscheln, getragen werden, einfach deine Nähe spüren. Das ist kein Anzeichen von Verwöhntheit, sondern ein echtes Bedürfnis nach Sicherheit.
  • Er ist nur am Quengeln: Plötzlich ist fast nichts mehr richtig. Die Geduld ist kurz, und er lässt seinen Unmut gerne raus.
  • Schlaf ist Nebensache: Einschlafprobleme, häufiges Aufwachen, kürzere Nickerchen – der Schlafrhythmus gerät oft durcheinander.
  • Appetit mal so, mal so: Manche Babys wollen plötzlich gar nicht mehr aufhören zu essen, andere verweigern den Löffel.
  • Total unruhig: Er wirkt angespannt, lässt sich schwer beruhigen und findet keine rechte Ruhe.
  • Gefühle fahren Achterbahn: Kleine Dinge können riesige Reaktionen auslösen, sowohl positive als auch negative.
  • Die Welt ist neu: Er schaut sich plötzlich ganz anders um, macht neue Geräusche, greift gezielter oder beobachtet seine Umgebung intensiver.
Entwicklungsschübe beim Baby Was Eltern wissen müssen

Wann geht's denn los? Ein grober Fahrplan

Die gute Nachricht: Diese Schübe kommen nicht einfach so aus dem Nichts. Es gibt so eine Art Fahrplan, besonders im ersten Lebensjahr. Die genauen Daten sind zwar nur Schätzungen – dein Baby hat seinen eigenen Takt –, aber sie geben dir eine gute Orientierung.

Hier mal eine Übersicht für das erste Jahr:

Schub Ungefähr wann Was neu dazukommt Typisches Verhalten
1 ca. 5. Woche Sinne werden schärfer (sehen, hören, riechen), erste Lächeln Mehr Geplärre, mehr Hunger, braucht Nähe
2 ca. 8. Woche Erkennt Muster, entdeckt die eigenen Händchen, gezieltere Bewegungen Unruhe, mehr Kontaktwunsch, reagiert auf Gesichter
3 ca. 12. Woche Verbindungen zwischen Ereignissen, steckt alles in den Mund, erste Drehversuche Ständig Hunger, schwierigere Nächte testet, die Welt
4 ca. 19. Woche Reagiert auf Ereignisse und Muster, zeigt Emotionen, brabbelt Quengeln, Spielchen, Entdeckungsdrang
5 ca. 22.-26. Woche Versteht Zusammenhänge, dreht sich, sitzt, erste Krabbelversuche Aktivitätsdrang, mehr Appetit, erste Proteste
6 ca. 36.-40. Woche Versteht Abfolgen, experimentiert, spielt intensiver Kindlicheres Verhalten, Wutanfälle, erkundet seine Umgebung
7 ca. 41.-46. Woche Neue Sicht auf die Welt, lernt laufen, erste Worte (Mama.!) Quengeln, Schlafprobleme, ahmt nach
8 ca. 55. Woche / 1 Jahr Versteht Hierarchien, formt Persönlichkeit, ahmt nach, isst selbstständiger Viel Eigeninitiative, klare Vorlieben, testet Grenzen

Und auch im zweiten Lebensjahr geht's weiter, da sind so um die 64. und 75. Woche herum wichtige Schübe, die sich mehr um Selbstständigkeit und soziale Regeln drehen. Denk dran: Das sind nur Richtwerte! Frühchen haben ihre Meilensteine manchmal etwas später.

Als Eltern den Überblick behalten: Wie helfe ich meinem Kind?

Ganz ehrlich, diese Phasen können uns ganz schön auf die Probe stellen. Das Wichtigste ist: Bleib geduldig und verständnisvoll. Dein Baby macht gerade einen Riesenschritt, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.

Hier ein paar Ideen, wie du deinem kleinen Entdecker zur Seite stehen kannst:

  • Gib ihm Sicherheit: Nimm ihn in den Arm, trage ihn herum, sei einfach da. Das ist kein Verwöhnen, sondern die Basis für eine starke Bindung.
  • Unterstütze seine Neugier: Lass ihn die Welt entdecken, biete ihm unterschiedliche Eindrücke. Aber pass die Aktivitäten an sein aktuelles Können an.
  • Lob, wo es geht: Freu dich mit ihm über jeden noch so kleinen Erfolg. Das stärkt sein Selbstvertrauen ungemein.
  • Üben erwünscht: Gib ihm Gelegenheiten, Neues auszuprobieren. Lass ihn selbst experimentieren, das ist der beste Weg zu lernen.
  • Routinen geben Halt: Feste Abläufe wie das Abendritual mit Baden und Vorlesen geben dem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Vorhersehbarkeit.
  • Spielkameraden sind wichtig: Der Kontakt zu anderen Kindern schult ganz nebenbei die sozialen Fähigkeiten und macht obendrein Spaß.

Deine Aufgabe ist es, ihn zu begleiten und zu unterstützen, nicht, ihn zu pushen. Und ganz wichtig: Vergiss dich selbst nicht! Hol dir Unterstützung von deinem Partner, deiner Familie oder anderen Eltern.

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Wann sollte ich mir Sorgen machen? Wenn etwas gar nicht passt

Meistens sind diese Schub-Symptome völlig normal. Aber es gibt Situationen, in denen du lieber mal einen Experten draufschauen lassen solltest. Denn je früher man merkt, wenn etwas nicht ganz rund läuft, desto besser kann man helfen.

Hol dir professionellen Rat, wenn du Folgendes bemerkst:

  • Neue Fähigkeiten tauchen über einen langen Zeitraum gar nicht auf, oder es gibt deutliche Verzögerungen bei wichtigen Entwicklungsschritten.
  • Die Schwierigkeiten sind extrem stark und beeinträchtigen das Familienleben massiv, über Wochen hinweg.
  • Es gibt hartnäckige Gesundheitsprobleme, die nichts mit den Entwicklungsschüben zu tun zu haben scheinen.

Am besten sprichst du zuerst mit deinem Kinderarzt. Der kann dich dann gegebenenfalls an Spezialisten wie einen Kinderneurologen oder -psychologen überweisen. Eine super Anlaufstelle sind auch die Frühförderstellen, die Diagnostik, individuelle Therapien (Logopädie, Physiotherapie etc.) und Unterstützung für die ganze Familie anbieten.

Also, was nehmen wir mit? Entwicklung ist eine Reise

Entwicklungsschübe sind ein ganz normaler und faszinierender Teil davon, wie dein Kind wächst und lernt. Ja, die anstrengenden Phasen können nerven, aber die neuen Fähigkeiten, die dadurch entstehen, sind einfach toll. Und du als Mama oder Papa bist dabei die wichtigste Person – als Fels in der Brandung, als liebevolle Unterstützung und als Quelle bedingungsloser Liebe.

Schau deinem Kind genau zu, freu dich über jeden Fortschritt und nimm die Herausforderungen mit Geduld an. Wenn du verstehst, was hinter diesen Schüben steckt, kommst du besser damit klar und kannst diese aufregende Reise noch mehr genießen.

Kategorie: Tipps für Eltern

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